Aktuelles
Premiere im Bildhaueratelier
geschrieben am: 04.07.2009
"Menschen, die vor Menschen flüchten"
Deutsch-italienische Theaterproduktion mit Hubert Burczek und Christiane Reichert
UNTERSTEINBACH - Im Bildhaueratelier von Manfred Reinhart hatte das Kammerspiel "Menschen, die vor Menschen flüchten", eine Produktion des Fränkischen Theatersommers Landesbühne Oberfranken in Kooperation mit der ligurischen Partnerbühne Il Sipario Strappato, seine vielbeachtete Premiere.
Der italienische Regisseur und Intendant Lazzaro Calcagno, Schüler von Giorgio Strehler, eines der bedeutendsten Theaterregisseure Europas, hat das Stück als Collage zum Thema inszeniert, mit Blick auf die heutige Gesellschaft: auf uns selbst, auf unsere Gewohnheiten, unsere Ängste, Überzeugungen, Ideologien. Der Rassismus ist gegenwärtig, ist spürbar in jedem Bereich unserer Gesellschaft, in unseren Städten, unseren politischen Gesten, denen wir täglich unterliegen. Rassismus bedeutet, unserem farbigen Nachbarn mit verborgenem Misstrauen zu begegnen, uns mit einem Vorteil ausgestattet zu glauben, weil unsere Hautfarbe weiss ist; bedeutet Handschellen für den Immigranten, der cd’s auf unseren Strassen verkauft, die Schwarzarbeit der Tunesier, der Senegalesen, die auf unseren Feldern für wenig Geld Tomaten ernten. Der Begriff “Marokkaner” oder “Schwarzer” wird als Beschimpfung benutzt, als Metapher für unterschiedliche, negative Aspekte.
Weitere Aufführungen des Stückes stehen am 28. Juli, 20 Uhr, im Schloss Geyerswörth in Bamberg und am 26. August, 19 Uhr, auf der Giechburg bei Scheßlitz im Rahmen der Sommer-KUNST-Wochen von focus-europa auf dem Spielplan. (Weitere Informationen und Presseberichte unter www.focuseuropa.de, Kartenvorverkauf unter www.theatersommer.de .)
Es spielen Hubert Burczek und Christiane Reichert, die beide auch bei der Hauptproduktion der Landesbühne Oberfranken mitwirken, der "Der Geizige" von Molière in der Bearbeitung und Inszenierung von Jan Burdinski: In seiner Neubearbeitung dieser Komödie, die nichts an ihrer Aktualität verloren hat, reagiert der Intendant des Fränkischen Theatersommers e.V. Jan Burdinski auf die globale Finanzkrise und die gegenwärtige Konsumphilosophie, die ein moderner Werbespot in der Formel "Geiz ist geil" zusammenfasst.

(Bis 14. August noch zwölfmal an verschiedenen Gastspielorten; Termine und Karten unter www.theatersommer.de).


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